Ein kleiner Überblick über die verschiedenen Whisky-Kategorien

Worin unterscheiden sich die verschiedenen Whiskys (in Irland und meistens auch den USA Whiskeys) überhaupt? Gibt es Gemeinsamkeiten? Wie gegensätzlich sind die einzelnen Marken? Darüber will ich im Folgenden einen kleinen, vereinfachten Überblick geben.

Herkunft des Whiskys

Das einfachste ist es, die Whiskys nach ihrer Herkunft zu unterscheiden. Die Schreibweise gibt meistens schon Aufschluss, wo die jeweilige Spirituose herkommt. Die Iren und US Amerikaner verwenden meistens die Schreibweise Whiskey. Eine Ausnahme ist etwa der Maker’s Mark. Die Schotten und Kanadier lassen das E weg. Damit haben wir auch schon die vier wichtigsten Whisky-Regionen benannt. Es gibt natürlich noch weitere whiskyproduzierende Länder wie z.B. Deutschland, Brasilien, Japan, die Türkei, China und auch Indien, das mittlerweile eine beachtliche Menge des Getreidebrands herstellen. Japan hat es immerhin geschafft, einen sehr hochwertigen Whisky herzustellen und ihn entsprechend gut zu vermarkten. Das hat aber immerhin gut 100 Jahre gedauert. Die japanischen Whiskys sind dem schottischen sehr ähnlich. In Deutschland wird die Whiskyproduktion erst seit einigen Jahren betrieben.

Single Malt Scotch Whisky

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Gemalzte Gerste – Quelle: Flickr / Paul Joseph

Es gibt beim schottischen Whisky grundsätzlich zwei nennenswerte Arten der Herstellung. Da ist zum einen der Single Malt Whisky und zum anderen der Blended Whisky. Der Single Malt Whisky wird aus Gerste hergestellt. Die Gerste wird gemälzt, getrocknet und anschließend vergoren. Viele Brennereien  in Schottland (vor allem auf der Insel Islay: z.B. Laphroig, Lagavulin oder Ardberg) darren ihre Gerste anschließend über Torf. Das verleiht dem Whisky ein kräftiges rauchiges Aroma. Die entstandene Maische wird dann in kupfernen Brennblasen (Pot Still) destilliert. Single Malt darf nur Whisky aus einer Destillerie enthalten und muss auf dem Etikett immer das Alter des jüngste Destillats imBlend  angeben. Werden verschiedene Single Malts miteinander gemischt, spricht man von Blended Single Malt Whisky. Vor der Abfüllung wird der Whisky mit Wasser auf eine Trinkstärke (min. 40%) gebracht. Vobei einige Hersteller teilweise darauf verzichten und spezielle Abfüllungen mit Fassstärke an bieten.

Blended Scotch Whisky

Die zweite wichtige Sorte der schottischen Whiskys ist der Blended Whisky. Er hat eine weit längere Tradition und wurde schon vor mehr als 150 Jahren kultiviert. Wo hingegen Single Malt aus Schottland erst seit etwa 50 Jahren populär ist. Dabei macht Blended Scotch auch den Großteil der verkauften Whiskys aus Schottland aus. Hierfür nehmen die Blender (also das Destillat und seine Mischung verantwortlichen Herrschaften) verschiedene Single Malts und mischen sie mit Grain Whisky (meist zwischen 40 und 50 verschiedene Brände insgesamt). Das Ziel ist es, ein Produkt zu schaffen, das über die Jahrzehnte immer die gleiche Qualität und den unverkennbaren Geschmack des jeweiligen Hauses hat. Der Grain Whisky ist meistens ebenfalls aus Gerste, kann aber auch aus anderen Getreidesorten destilliert werden. Der größte Unterschied zu Single Malt ist die erlaubte Destillation im kontinuierlichen Brennverfahren (Coffey Still, Patent Still oder Kolonnenverfahren). Die Altersangabe auf dem Etikett bezieht sich genauso auf den Grain-Anteil, wie auf den Single Malt-Anteil. Die entstandenen Destillate müssen mindestens für drei Jahre zur Lagerung in Eichenfässer. Die meisten Single Malts und auch einige Grain Whiskys liegen mindestens für zwölf Jahre und die Premium Qualitäten nicht selten länger als 21 Jahre auf dem Fass.

Irish Whiskey

Irischer ist meistens milder als schottischer Whisky. Das liegt vor allem daran, dass in Irland das Malz äußerst selten über Torf gedarrt wird. Auch irischer Whiskey kann wieder vereinfacht in die zwei Kategorien, nämlich Malt und Blended Whiskey unterteilt werden. Der Blended Whiskey wird vom Blender wieder kunstvoll aus Malt und Grain Whiskey vermählt. Wobei der Malt Whisky allerdings drei Mal im in Pot Stills (diskontinuierlich) destilliert wird. Viele der wenigen irischen Brennereien verwenden sehr viel größere Pot Stills, als die Schotten. Auch hier müssen die Destillate wieder mindestens drei Jahre in Eichenfässern lagern.

Canadian Whisky

Noch etwas leichter als der irische Whiskey ist der kanadische Vertreter. Als Rohstoff dienen hier vor allem Mais und Roggen. Das Getreide wird häufig gemälzt. Auch Kanadischer Whisky wird im kontinuierlichen Verfahren gebrannt und fast immer geblendet. Auch das Zugeben anderer Destillate, Fruchtsäften oder gar Sherry ist bis zu einem Maß von zwei Prozent erlaubt. Die Lagerzeit beträgt mindestens zwei Jahre. Vor allem in der Prohibition (1919 – 1933) erfreute sich der Canadian Whisky großer Beliebtheit bei seinen Nachbar aus den USA. Er ist einfach herzustellen und schnell in die USA zu transoptiert.

Whiskey aus den USA

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Whiskey im Tumbler – Quelle: Flickr / Simon Powell

Kommen wir nun zur letzten großen Whiskey-Nation. American und Bourbon Whiskey unterscheiden sich von den vorangegangen Kategorien erheblich im Geschmack. Sie werden fast ausschließlich im kontinuierlichen Verfahren destilliert. Außerdem spielen die Rohstoffe eine große Rolle. Bourbon Whiskey muss mindestens 51% Mais enthalten. Andere Bestandteile sind vor allem Roggen und Weizen, Gerste und Hafer. Die Whiskeys werden mindestens zwei Jahre in neuen Steineichenfässern gelagert. Diese werden zuvor von innen getoastet und erhalten somit eine etwa drei Millimeter dicke Kohleschicht. Erwähnenswert ist der amerikanische Rye Whiskey. Er muss mindestens 51% Roggen enthalten. Meist verweist das Etikett auf das Sour Mash Verfahren. Das bedeutet, dass ein Rest aus der alten Maische der neuen während der Fermentation hinzugegeben wird. Tennessee Whiskey wird  noch zusätzlich durch Holzkohle gefiltert.

4 Comments

  1. […] noch keinen Zugang zu Scotch Whisky gefunden hat oder ihn noch gar nicht probiert hat, sollte das unbedingt nachholen und zwar mit […]

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  3. […] Schotten waren für viele hunderte Jahre die einzigen, die ihren Whisky tranken. Das ändert sich in den 1830er Jahren, als sie damit begannen, ihren Whisky auch […]

  4. […] nimmt halt Mais oder Rogen, der in den USA bekanntlich hervorragend gedeiht und macht daraus seinen Whisky. Genauso sind schließlich Bourbon und Rye Whiskey entstanden! Das ist richtig. Aber die Whiskey […]

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