Barkeeper und Servicemitarbeiter lieben ihre Gäste. Sonst würden wir das nicht jeden Tag aufs Neue machen. Aber es gibt – zum Glück nur ganz selten – Gäste, die uns leicht reizen. Im Folgendem 11 Aussprüche, die wir nicht mehr hören können.

Ist der Tisch wirklich reserviert?

Nein, ist er nicht! Wir haben nur keine Tischdeko. Selbstverständlich ist der Tisch reserviert. Und der Kellner kann auch nichts für die Reservierung und auch nicht dafür, dass die Reservierung mal 15 Minuten später oder gar nicht kommt.

Wir kriegen doch noch einen letzten Drink, oder?

Leider nicht. Mein Kollege war vor fünf Minuten an ihrem Tisch und hat die letzte Runde gemacht. Danach gibt es leider nichts mehr. Für niemanden!

Der Drink geht aufs Haus!

Ganz genau! Eigentlich müssen Sie hier gar nichts zahlen. Sie hatten ja immerhin schon drei Bier. Da kann man doch mal charmant fragen, was man ausgegeben bekommt. Wenn ich solch einen Satz höre, gibt es garantiert nichts mehr ohne Rechnung – selbst wenn ich es zuvor noch tun wollte.

Was machen Sie eigentlich im richtigen Leben?

Auf diese Frage antworte ich mittlerweile die verrücktesten Dinge. Mein Lieblingsspruch: „Ich mache eine Ausbildung zum Astronauten.“ Wird einem sogar ziemlich häufig geglaubt. Das ein Job in der Gastronomie auch gelernt werden kann oder ein Barkeeper häufig mehr über Tequila weiß, als ein Banker über Wandelanleihen ist für viele dann ganz unverständlich.

Trinkgeld gibt es beim nächsten Mal.

Diesen Satz haben wir schon oft gehört. Egal ob von Stammgästen oder von Durchreisenden, von denen man ganz genau wusste, dass sie nie wiederkommen. Ich weiß nicht, warum Gäste so etwas sagen. Wollen sie damit die peinliche Situation des Kein-Trinkgeldgebens überspielen oder glauben sie wirklich, sie würden sich in sechs Stunden und nach einem feucht-fröhlichen Abend noch an mich erinnern? Ich persönlich habe immer eine Menge Kleingeld und verschiedene Scheine dabei, damit ich nie in solch eine Verlegenheit komme.

Eine Pina Colada bestellen und sich beschweren, dass der Drink zu schwach ist.

Es gibt Cocktails, in denen schmeckt man den Alkohol einfach nicht. Zumal Alkohol eh kaum einen Eigengeschmack hat. Dann muss der Gast halt einen Manhatten bestellen. Da schmeckt er den Whiskey. Aber bei einem Sex on the Beach – keine Chance, es sei denn, der Barkeeper versieht ihn mit 12cl Wodka.

Wenn Gäste keine Ahnung haben, was sie bestellen.

Der Gast bestellt einen Martini und wir fragen, ob es der Martini Cocktail sein soll. Der Gast versichert uns genau der soll es sein. Wenn der Drink dann serviert wird, reklamiert der Gast dann das viel zu starke Getränk. Na klar, er wollte den Wermut!

Mit den Fingern schnipsen oder mit der Karte wedeln.

Eigentlich sollte es doch jedem klar sein, dass es extrem herablassend wirkt, wenn man als Gast nach dem Kellner oder Barkeeper winkt oder mit den Fingern schnipst. Eine dezente Handbewegung sollte eigentlich reichen. Und wenn der Service gar nicht reagiert und in der Bar wirklich nichts los ist, dann verlässt man halt das Lokal. Und wenn der Kellner schließlich kommt, ist es dann das Beste, wenn die Gäste noch nicht einmal zum Bestellen bereit sind.

Ein Bier!

Genau! Ein Bier. Wenn Gäste es schaffen, ihre Begrüßung und Bestellung auf zwei Worte zu reduzieren, habe ich etwas Mühe, meine gute Laune wieder zu finden. Es tut doch niemandem weh, einen guten Abend zu wünschen und ein kleines Bitte auszusprechen.

Habt ihr keinen Gordons?

Was soll ich dazu noch sagen? Eigentlich müsste man den tatsächlich für unbelehrbare Gäste haben.

Den Cocktail/Longdrink aber bitte mit wenig oder am besten gar keinem Eis!

Das kann ich gerne machen, aber dann ist der Cocktail warm und das Glas nicht voll. Ich kann die Bitte schon etwas verstehen. Aber liebe Gäste, ein ungekühlter Cocktail ist wie ein kaltes Filetsteak. Das Eis muss da rein und umso mehr davon drinnen ist, desto länger bleibt der Drink kalt und desto weniger Schmelzwasser wird es geben. Viele Cocktailgläser haben nicht umsonst ein großes Fassungsvermögen.

 

Titelbildquelle: flickr / thematthewknot

1 Comment

  1. CasinoBasti sagt:

    Sehr gut geschrieben, musste an einigen Stellen schmunzeln, da man gewisse Gästetypen sofort erkennt.

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