Ich freue mich, den Spitzmund Gin aus Kiel vorstellen zu dürfen. Der Initiator und Macher des ersten Gins von der Förde ist Andreas Werner. Andreas betreibt seit 2008 die Trafo Bar im Herzen von Kiel. Meine Freude ist so besonders groß, weil Andreas von 2008 bis 2010 bei meinen ersten Cocktailwettbewerben mein schärfster Konkurrent war. Er ist besonders stolz darauf, der einzige Barkeeper in der Landeshauptstadt zu sein, der molekulare Cocktails anbietet. Bei unseren Zusammentreffen im Rahmen der Competitions hatte er, wenn ich mich noch recht entsinne meistens die Nase vorne.

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Spitzmund Gin an der Förde

Der Anspruch des Spitzmund Gins

Vor gut vier Jahren kam Andreas auf die Idee, einen eigenen Gin produzieren zu lassen. Er wollte ein Destillat schaffen, das nicht nur in einem Cocktail oder Gin Tonic eine gute Figur macht. Er wollte einen Gin kreieren, der auch „pur“ ein Genuss ist. Warum die erste eigene Spirituose ausgerechnet ein Gin sein sollte, liegt für den sympathischen Barbetreiber auf der Hand. „Gin ist einfach eine Spirituose, die sich momentan gut entwickelt“, so Andreas Werner. Warum sollte er dann nicht auch mit dieser vielseitigen Spirituose experimentieren? Als er damit vor einigen Jahren anfing , war die Auswahl an Gins bei nichten so groß wie heute. Er wollte zeigen, dass es auch mehr Frucht betonte Gins (beim Spitzmund Pflaume und Apfel) geben kann. Für ihn auch eine gute Gelegenheit, den Gin gerade für Frauen mit roten Säften (Cranberry oder Traube) zu mixen.

Namensgebung: Spitzmund Gin

Die Idee für den Namen leitet sich vom vergnügten und vorfreudigen Riechen am Gin im noch vollen Glas her. Der Geruch regt den Trinker schließlich dazu an, seinen Mund in entzückter Erwartung in Richtung Glas zuzuspitzen. Daher also Spitzmund Gin. Die Flasche zeigt übrigens keinen spitzen Mund sondern passend zum maritimen Flair in Kiel einen Anker.

Handwerkliche Produktion

Mit Destillateur Ralf Stelzer aus Altenhof bei Eckernförde hat er sich einen erfahrenen Mann im Bereich Spirituosen ins Boot geholt. Die 47% vol. des Spitzmund Gins sind Andreas auch ganz wichtig. Das kann ich nur zu gut verstehen. Ich habe noch nie einen Gin mit 37,5% vol. getrunken, der mich geschmacklich überzeugen konnte. Alkohol ist in einer Spirituose einfach der Geschmacksträger.

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Spitzmund Gin

Verkostung

Bei der Verkostung sind uns schon zu Anfang ein sehr angenehm öliges Aroma und Zitrusnoten entgegen gestiegen. Geschmacklich ist Wacholder  anfangs dominierend, wird dann begleitet von einer schönen Fruchtigkeit, die schließlich von Blaubeeren und Cranberries abgelöst wird. Also schon ein recht klassischer Dry Gin. Im Nachklang bleiben eine spannende Pfeffrigkeit und etwas Lakritz. Die cremige Ölligkeit ist auch beim Trinken ein ständiger Begleiter. Das gefällt uns. Die 47 % vol. sind spürbar, aber nicht zu heftig. Das ganze Destillat ist handwerklich gut gemacht und rund. Für den Pur-Genuss war uns der Gin dann aber doch etwas zu stark. Schön ist das Nuss-Aroma, das im Glas bleibt, wenn man den Gin länger stehen lässt. So ein bisschen wie im Antiquitätenladen.

Bei der Weinquelle kostet der halbe Liter Spitzmund Gin 34,95€. Damit ist er nicht gerade der günstigste in seiner Kategorie. Er kann aber mit seinem guten Geschmack, der hervorragenden Verarbeitung und dem Regionalbonus punkten.

http://www.spitzmund.com/

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