Glas

Zerbrochenes Glas

Was Barkeeper nicht tun sollten! No-Gos an der Bar

Viele Barkeeper haben den Anspruch, zur Mixologen-Elite zu gehören. Leider sehe ich aber dann häufig bei den Kollegen mit dem hohen Anspruch, Dinge, die eigentlich gar nicht gehen. Darum soll es jetzt gehen. Was sollte man als Barkeeper machen und was nicht.
Ich habe mich mit diesem Beitrag lange schwer getan. Wie schreibe ich ihn, ohne oberlehrerhaft rüber zu kommen und ohne irgendjemanden auf den Schlips zu treten. Ich musste einsehen, dass ich das wohl kaum schaffen kann. Deswegen komme ich jetzt ein bisschen besserwisserisch daher und erzähle von Dingen, die auch ich bestimmt jeden Tag falsch mache.

Eine Flasche oder ein Glas auf einem Schneidebrett abstellen

Warum man das nicht tun sollte, hat gleich zwei Gründe. Bei einem sauberen Glas oder einem Shaker mag es um die Hygiene noch gut bestellt sein. Aber bei einer Flasche, die zuvor bei irgendeinem Industriebetrieb vier Tage auf einer Palette im Freien oder sogar auf dem Boden eines schmuddeligen Hinterhofes stand, kann man sich ziemlich sicher sein, dass der Flaschenboden ultra versifft ist. Wer dann so eine Flasche auf das Schneidebrett stellt und danach auf der gleichen Fläche Garnituren zubereitet, kann auch gleich das Wasser vom Putzeimer in das Gästeglas umfüllen.
Der zweite Grund ist genauso einleuchtend. Zerbricht das Glas auf dem Brett, verteilen sich die Scherben auf der ganzen Garnitur und nötigen den Barkeeper zu einer minutenlangen Putz- und Splittersuchorgie. Schließlich will man sicher sein, dass keine Glassplitter ins Gästeglas gelangen.

Gäste abschleppen ist Tabu!

Es gibt unzählige Mythen, die das Rock ’n‘ Roll-Leben der Barkeeperkaste angeht. Einer davon ist, dass Barkeeper jeden Abend eine andere haben können. Das mag in manchen Fällen zutreffen – ist aber nicht besonders vorteilhaft. Zugegeben – ich habe auch den einen oder anderen weiblichen Gast angebaggert. Aber in den meisten Fällen hat es nur Ärger gebracht. Andere Kollegen werden einen notorischen Casanova nicht ernst nehmen und für andere Gäste wird es extrem befremdlich wirken, wenn der Barkeeper sich an die Gäste schmeißt. Sollte dann aus so einem Flirt etwas werden, hat man spätestens wenn die Läsion vorbei ist ein großes Problem. Schließlich kann einen das ausgediente Objekt der Begierde nach wie vor in der Bar besuchen. Oder es bleibt ganz weg und somit auch der Umsatz. Richtig peinlich wird es, wenn die Gäste gar nicht abgeschleppt werden wollen, der Barkeeper aber hartnäckig bleibt. Alles schon erlebt. Einige werden wissen, was/wen ich meine.

Nicht Laufen

Das gilt natürlich für alle Servicemitarbeiter in einer Bar oder einem Restaurant. Auch wenn es mal schneller gehen soll, oder man der Meinung ist, ohne zu laufen würde man den Gast nicht mehr einholen, der gerade die Zeche prellt, sieht es äußerst unelegant und dilettantisch aus und kann unter Umständen sogar für einen Anflug von Panik bei den Gäste sorgen. Deswegen lieber das schnelle Gehen bevorzugen. Unterm Strich ist man auf den relativ kurzen Strecken auch nicht viel schneller, wenn man läuft.

Das Eis aus dem Shaker für das Gästeglas wiederverwenden

Manchmal muss es schnell gehen und dann wird der geshakte Drink einfach direkt aus dem Shaker samt des Eises ins Gästeglas gegeben. Leider gar nicht geil. Trotzdem ein Klassiker. Das sollte niemals passieren. Selbst wenn noch 40 andere Gäste warten, sollte immer frisches Eis im Gästeglas landen. Wenn es dann trotzdem zu lange dauert und Gäste sich beschweren, liegt der Fehler nicht beim Barkeeper.

Sich vor Gästen mit Kollegen privat unterhalten

Dazu haben Bartender während ruhiger Phasen im Geschäft viel Gelegenheit und es ist ja auch wirklich verlockend. Am Tresen sitzt nur ein Gast und auf den hat auch keiner aus dem Team Lust. Also unterhält man sich lieber über die Erlebnisse der letzten Nacht oder noch besser so laut, dass es auch die Gäste an den Tischen hören über die miserable Mitarbeiterpolitik seines Chefs. So etwas will kein Gast hören und so etwas sollte auch kein Gast hören.

Gäste bevormunden!

Das habe ich als Gast leider auch schon das eine oder andere Mal erleben müssen. Wenn Barkeeper besser wissen als ihre Besucher, was sie tatsächlich wollen. Dann wird es schnell unangenehm. Wenn ich mit einer jungen Dame auf einen Cocktail ausgehe, für sie beim Barkeeper einen Drink bestelle und der vermeintliche Kollege dann die Bestellung in Frage stellt und einen viel besseren Vorschlag macht. Das braucht kein Gast. Wenn sich die Gäste unsicher sind, was sie trinken möchten, kann man gerne helfen. Aber einen Wunsch als schlecht zu betiteln, ist mehr als anmaßend und arrogant.

Trinken während des Dienstes

Das hat schon jeder Barkeeper gemacht. Ich weiß, ich auch. Aber zuträglich für die Arbeitsleistung war es nie. Mir fallen dann Flaschen runter, ich buche Bestellungen falsch und vergesse vieles. Ich bin nicht dagegen, dass man mal bei der Arbeit einen Probierschluck oder ein Glas Champagner genießt. Aber bei manchen Bartendern wird es zur Gewohnheit. Und das merken die Gäste. Und vor allem die Kollegen, die für den betreffenden mitarbeiten müssen und der Chef, der die Zeche bezahlt und die schlechte Leistung rechtfertigen muss.

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