Remember the Maine Cocktail

Charles H. Baker Jr., Remember the Maine und Kuba

Der Remember the Maine Cocktail steht unmittelbar in Bezug zu den Unabhängigkeitsbestrebungen Kubas, der us-amerikanischen Hilfe und den daraus resultierenden politischen Umwälzungen. Cuba Libre lässt grüßen. Der Remember the Maine ist eine Manhattan Variante, die mit einem zusätzlichen Likör und etwas Absinth daherkommt. Er wurde 1939 erstmals niedergeschrieben.

Charles H. Baker Jr.

Charles H. Baker Jr. war einer der ersten Cocktail Autoren, die nicht nur die Rezepte von Cocktails präsentierten, sonder auch versuchten die Geschichte eines Cocktails zu erzählen. Das Story Telling war bis in die 1990er Jahre eher die Ausnahme. Cocktail Buch Autoren reihten meistens einfach die Rezepte, das Spirituosenfachwissen und Grundregeln für die Arbeit hinter dem Tresen zusammen. Die Darstellung der Hintergründe und Entstehungsgeschichten der Drinks wurde erst ab den 1990er Jahren intensiv betrieben. Gerade das Internet hatte einen großen Einfluss auf das Nachforschen und den Austausch über alte Cocktails und ihre Hintergründe. Charles H. Baker Jr. war zusammen mit Robert Vermeire und wenigen anderen einer der ersten, die ihre Bücher mit den Stories zu den Drinks anreicherten.

 

Stürzung der Machado-Diktatur 1933

So erzählt uns Charles H. Baker Jr. in seiner Veröffentlichung The Gentleman’s Companion von 1939 auch die Geschichte des Remember the Maine Cocktails. Dabei lässt er offen, wer den Cocktail zuerst mixte. Remember the Maine bezieht sich auf ein Kriegsschiff, dass 1898 zerstört wurde und somit zum Krieg zwischen Spanien und den USA führte. Doch Charles H. Baker Jr. bezieht sich im Zusammenhang mit dem Remember the Maine Cocktail nicht direkt auf den Unabhängigkeitskrieg. Er vergleicht seine Erlebnisse in Havanna während der Stürzung der Machado-Diktatur 1933 mit den Wirren der Unabhängigkeitsbestrebungen von 1898. 1898 etablierte sich der Ausruf: “Remember the Maine, to Hell with Spain”.

 

Cuba Libre, Remember the Maine und der kubanische Unabhängigkeitskrieg

Was der Remember the Maine Cocktail und der Cuba Libre gemeinsam haben? Beide nehmen unmittelbaren Bezug zum Unabhängigkeitskrieg der Kubaner von 1895-1898. Der Cuba Libre steht dabei für den motivierenden Schlachtruf “Für ein freies Kuba”. Und “Remember the Maine” soll an das in der Bucht von Havanna zerstörte Kriegsschiff der Amerikaner erinnern. Ohne den stetigen Befreiungswillen der US-Amerikaner wären nicht nur die Kubaner so schnell von ihrer spanischen Fremdherrschaft losgekommen, sondern uns wären auch diese beiden Drinks vorenthalten geblieben.

 

Remember the Maine und McKinley’s Delight

Interessant ist die Entdeckung des McKinley’s Delight Cocktails im Old Waldorf Astoria Bar Book von 1935. Der Cocktail ist mit dem Remember the Maine identisch, wurde aber schon vier Jahre vorher publiziert. Das könnte eine Erklärung für die Herkunft des Drinks sein. Möglich wäre, dass Charles H. Baker Jr. einen McKinley’s Delight Cocktail in Havana genoss und dabei von den Unruhen anlässlich der Stürzung der Machado-Diktatur überrascht wurde. Kurzer Hand erinnerte er sich bei dem Trubel an die Maine und ihre Bedeutung.

Cocktail Box

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Remember the Maine Cocktail Rezept

6 cl Rye Whiskey

3 cl Roter Wermut

0,5 cl Cherry Heering

3 Dahes Absinth

Alle Zutaten auf Eis kalt rühren und in ein gekühltes Cocktailglas geben. Mit einer Cocktailkirsche oder einer Zitronenzeste garnieren.

 

Der Absinth setzt geschmackliche Höhepunkte und seine extreme Würzigkeit scheint gelegentlich unpassend und verleiht Cocktails damit interessante Widersprüche. Auch so im Remember the Maine. Der runde Manhattan mit dem gefälligen Cherry Heering bekommt durch den Absinth zusätzlichen Drive. Absinth arbeitet dabei ähnlich wie Bitters. Er verleiht dem Drink mehr Tiefe und Kontraste. Doch gegen den Cherry Heering in Kombination mit Rotem Wermut kommt der Absinth einfach viel besser zur Geltung als ein paar Tropfen Bitters. Der Einsatz von Bourbon statt Rye kann sich lohnen. Er macht den Drink runder und weniger würzig.

 

 

Bild: Detroit Publishing Co

 

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