Ramos Gin Fizz Cocktail – Ein Klassiker aus New Orleans

Wer einen Ramos Gin Fizz an einer Bar bestellt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er sich nicht unbedingt Freunde unter den Barkeepern macht. Vor allem wenn nur ein Barkeeper zu gegen ist, stellt sich die Bestellung als wahre Herausforderung dar. Denn laut Originalrezept von Henry Ramos aus New Orleans soll der Drink 12 Minuten lang geshaked werden. Dann mal viel Spaß alleine mit dem Shaker und einer immer länger werdenden Bonliste.

Sehr ungewöhnliche Zutatenauswahl

Der Ramos Gin Fizz ist ein ziemlich verrückter Drink, was die Zutaten angeht. Da passt auf den ersten Blick gar nichts zusammen. Was sofort auffällt, ist dass sowohl Zitronen-, als auch Limettensaft gefordert wird. Mir fallen nicht viele Drinks ein, die beide Zitrussäfte enthalten. Einer der wenigen: Morning Glory Fizz (auch der wird, wie der Ramos Gin Fizz mit Eiweiß zubereitet). Warum eigentlich auch nicht beide Zutaten benutzen. Sie schmecken ja schließlich auch unterschiedlich.
Genauso ungewöhnlich ist die Kombination von Zitrussaft und Sahne. Würde ich so etwas auf einer Barkarte lesen, würde ich mir denken, das kann doch nie funktionieren – ein absolutes No Go! Aber es funktioniert und zwar ziemlich gut. Was außerdem noch ziemlich gut in dem Drink funktioniert, ist das Orangenblütenwasser. Das gibt dem Cocktail, auch wenn es nur sparsam eingesetzt wird einen unverwechselbar frisches Aroma. Als Gin würde ich einen Old Tom Gin empfehlen. Schließlich waren die Gins vor 130 Jahren etwas süßer als unsere Dry Gins von heute.

Warum muss er so lange geshaked werden?

Hier der Grund, warum all diese Zutaten dann doch eine harmonische Beziehung eingehen. Nachdem das Eis die ersten 30 Sekunden unter ständigem Schmelzen dafür gesorgt hat, dass der Drink etwa 0°C kalt wird, emuliert es das Eiweiß, die Sahne und den Saft zu einer sehr spannenden weichen Kombination. Denn die würden ohne weiteres freiwillig keine Verbindung eingehen. Dafür muss der Drink allerdings wirklich lange geschüttelt werden. Ob es tatsächlich 12 Minuten sein müssen, wage ich zu bezweifeln. Aber einige wenige Minuten sollten es auf jeden Fall sein. Im Boilerman in Hamburg habe ich schon erlebt, dass der Drink einfach im Hamilton Beach geblended wird. Das funktioniert natürlich auch. Sieht aber nicht so toll aus, als wenn der Shaker über Minuten hinweg von Barkeeper zu Barkeeper wandert.

Henry Ramos hat ihn in New Orleans erfunden

Also in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderer Drink. Ausgedacht hat ihn sich Henry Ramos. Nach ihm ist der Cocktail heute auch benannt. Als weiterer Name für diesen Cocktail ist der New Orleans Fizz geläufig. Die Stadt in Louisiana war schon immer ein Hotspot für Cocktails und Bars. 1888 eröffnete Ramos hier seine Bar Imperial Cabinet Saloon. Er kam hier ziemlich schnell auf die ungewöhnliche Idee zu dem heute nach ihm benannten Cocktail. Also ein weiterer Cocktail Klassiker, der untrennbar mit New Orleans verbunden ist. In guten Zeiten haben wohl mehr als 20 Barkeeper hier gearbeitet und größten Teils nichts anderes gemacht, als eben dieses Getränk zuzubereiten. Erinnert mich ein bisschen an das Raffles Hotel in Singapur. Nur das der Sling eben nicht minutenlang geschüttelt werden muss.

Ramos Gin Fizz Rezept

5 cl Old Tom Gin

2 cl Sahne

1,5 cl Zitronensaft

1,5 cl Limettensaft

1,5 cl Zuckersirup

3 Dahes Orangenblütenwasser
Alle Zutaten einige Minuten kräftig shaken. In ein Highball-Glas auf Eis abseihen und mit etwas Soda auffüllen. Mit einer Zitronenzeste garnieren.

 

Cocktail Box

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Bildquelle: Flickr / Phil Roeder

5 Comments

  1. Marvin von Spreckelsen sagt:

    Ich liebe diesen Drink, leider findet man ihn nicht allzuoft auf den Barkarten in Hamburg… schade (!) Toller Artikel.

  2. […] Jahr 2010 weiß so ziemlich jeder Barkeeper, dass sich alle Drinks – abgesehen vielleicht vom Ramos Gin Fizz und anderen Exoten – im Grundgerüst zu einer bestimmten Kategorie zählen lassen. Also dass […]

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