Es ist nicht einfach, die Geschichte des Moscow Mule’s zu erzählen, ohne die des Wodkas auszulassen. Die Spirituose und der Drink (wenn man es nicht zu genau nimmt, kann man den Moscow Mule auch Cocktail nennen) sind eng miteinander verbunden. Das Getränk im Kupferbecher machte die Spirituose aus dem Osten in Europa und Amerika erst richtig salonfähig.

Moscow Mule Rezept:

6cl Wodka

2cl Limettensaft

Auf Eis in einem Kupferbecher servieren und mit Ginger Beer auffüllen.

Das ist aber erst wieder seit einigen wenigen Jahren so. Der Drink wurde ursprünglich Anfang der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts erfunden. Also schon ein recht alter Drink. Auch wenn der Clou mit dem Wodka und Ginger Beer keine ganz neue Erfindung war.

Vorläufer des Moscow Mules

Die Kombination mit der scharfen Ingwerlimonade wurde schon um die Jahrhundertwende – also mehr als 40 Jahre vor dem Moscow Mule – zelebriert. Der Cocktail heißt Mamie Taylor und wird statt mit Wodka mit Scotch serviert. Allerdings geriet der Cocktail schnell außer Mode und ist heutzutage kaum noch ein Begriff. Welche Variation noch ein Begriff und für alle wärmstens zu empfehlen ist, die einen Moscow Mule auf Dauer zu langweilig finden, ist der London Buck. Schon 1917 listet ihn Hugo Ensslin in seinem Buch Recipes for Mixed Drinks. Einfach den Wodka durch Gin ersetzten und den viel spannenderen Drink genießen.

Auch wenn der Moscow Mule den Wodka richtig populär macht, ist er keines Falls der erste Wodka-Cocktail der Geschichte. Der Clubland Cocktail – eine Mischung aus Wodka und weißem Portwein zu gleichen Teilen und zwei Dashes Angostura – wird zum Beispiel schon 1937 das erste Mal von W.J. Tarling erwähnt.

Entstehung

moscow-mule

Moscow Mule

Aber  mit dem Moscow Mule ist ein Wodka ganz eng verbunden; nämlich der Smirnoff. 1941 trafen sich John G. Martin als Vertreter von Smirnoff und Jack Morgan, erfolgloser Ginger Beer Hersteller und guter Freund einer jungen Dame mit jeder Menge Kupferbechern in Los Angeles. Ihre Idee war es, alle drei Komponenten zu einem Drink zusammenzuführen. Also Wodka und Ginger Beer (was damals nichts anderes war als heute Ginger Ale, nur etwas schärfer und seit 1919 überwiegend alkoholfrei) in einem Kupferbecher mit einem Schuss Limette. Die beiden verteilten eifrig ihre Becher in den Bars der Stadt und der erfrischende Drink aus dem scheinbar nie wärmer werdenden Becher schlug im heißen L.A. der 40er Jahre ein. Also der richtige Drink zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Er hat sich im Laufe der nächsten Jahre über die gesamten USA verbreitet und machte den Wodka plötzlich als Mixspirituose bekannt. Der Wodka fand erst 25 Jahre zuvor mit russischen Emigranten seinen Weg nach Westeuropa und in die USA.

Der kommerzielle Erfolg des Wodkas in der westlichen Welt

Nicht, dass der Wodka nicht schon vorher da gewesen wäre, doch plötzlich bemerkten Barkeeper und Hobbytrinker, welches Potenzial in der gefälligen Spirituose steckt. Es entstanden in dieser Zeit Cocktail-Variationen wie der Screwdriver, die Bloody Mary oder die Vesper. Der Wodka war bis zu diesem Zeitpunkt eine regionale Spirituose wie Arrak oder Aquavit. Man kennt sie, schenckt ihr aber keine große Bedeutung. Das änderte sich nun für die Spirituose mit den Wurzeln im Osten.

Lange Pause für den Moscow Mule

Bis vor einigen Jahren, als der Moscow Mule sein Comeback feierte, war er so ziemlich in der Versenkung der vergessenen Cocktails verschwunden. Aber woran lag das? Ein Grund dafür könnte die Neigung der Kupferbecher sein, ihren Besitzer auf ominöse Weise zu wechseln. Jeder Barkeeper kennt das. Was die Silberbecher in den Grand Hotels sind, sind die Kupferbecher in angesagten Bars. Sie verschwinden einfach extrem schnell. Viele Gäste finden das Trinkerlebnis aus den Bechern so toll, dass sie nicht bis Monatg warten können, sich die Dinger einfach bei APS zu kaufen – nein;  sie nehmen sie gleich mit nach Hause. Das ist nervig und sorgt gelegentlich dafür, dass die Becher einfach aus dem Bestand gestrichen werden. Als ein weiterer Grund für das Abtauchen des Moscow Mule in den letzten Jahren kann die Beschaffungsschwierigkeit von Ginger Beer bis vor sechs Jahren genannt werden. Außer in gut versteckten Asialäden war einfach keine scharfe Ingwerlimonade zu bekommen. Das hat sich spätestens 2010 mit dem Launch von Thomas Henry Spicy Ginger geändert und spätestens seit dem ist der Moscow Mule wieder da, wo der Wodka schon seit vielen Jahren ist. An der Spitze der beliebtesten Getränke.

 

Cocktail Box

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Gurken?

Ach so; rein historisch betrachtet (muss man jetzt nicht so ernst nehmen), lässt sich kein Anzeichen finden, Gurken in den Drink zu tun. Die haben da einfach nichts zu suchen! Ich schmeiße ja auch keine Peperoni in einen Manhatten. Ja, ich weiß, Ginger Beer und Gurke schmecken super zusammen. Aber einfach in der Karte vermerken oder den Gast fragen.

 

Titelbildquelle: Flickr / Edsel Little

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