Der Mint Julep ist einer der ältesten Drinks der Welt. Er entstand vielleicht etwas später als die Punches oder Bowles. Aber er zählt damit trotzdem noch zu den Ur-Drinks der Bargeschichte.  Auch wenn er regelmäßig über die Jahrhunderte etwas in Vergessenheit geraten und ihm selten die Ehre zu Teil wird, die ihm gebührt, müsste er viel öfter zelebriert werden. Der Mint Julep ist untrennbar mit dem Mutterland des Cocktails verbunden. Es gibt keinen anderen Cocktail, der so stark in Beziehung mit den Südstaaten der USA steht. Hier hat er auch seinen Ursprung und hier wird er bis heute in Massen ausgeschenkt.

Mint Julep Rezept

mint-julep


Mint Julep – Bildquelle: Flickr / Jing

 

6cl Bourbon

2 BL Puderzucker

6 Minzzweige

Den Bourbon, die Minze und den Zucker auf Eis in einem Ruhrglas kalt rühren. Etwas ziehen lassen. Danach in einen mit Crushed Ice gefüllten Silberbecher abseihen. Diesen dann nochmal für zwei Minuten sehr kalt stellen.

 

 

 

 

 

 

Kentucky Derby

kentucky-derby

Kentucky Derby – Quelle: Flickr / Bill Brine

Auf dem Kuntucky Derby gilt der Mint Julep als Signature Drink. Jeder der 120.000 Besucher des Galopprennens trinkt dabei im Mittel einen Mint Julep in den zwei Tagen der Veranstaltung. Die pferdeaffinen Südstaatler lieben ihren minzig frischen und im Silberbecher servierten Mint Julep. Meriwether Lewis Clark Jr. hat das Rennen 1875 ins Leben gerufen. Ihm wird nachgesagt, dass er ein großer Fan des erfrischenden Kaltgetränks gewesen sei. Das ist auch sehr gut möglich. Denn schon einige Jahre zuvor findet sich bei Jerry Thomas The Bartender’s Guide von 1862 und damit dem ältesten Cocktailbuch der Welt einige Rezepte zu den Juleps. Es gibt weitere Quellen, die den Drink schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts vermerken.

Herkunft des Mint Juleps

Die ersten schriftlichen Erwähnungen des Juleps lassen sich bereits im ausgehenden 16. Jahrhundert finden. Doch ob dieses Getränk schon etwas mit dem Mint Julep zu tun hat, den wir heute kennen, bleibt unklar. Wir können aber sicher sein, dass ab 1750 bereits Getränke gemixt wurden, die dem heutigen Verständnis nach dem Julep sehr ähnlich sind.

1862 gab es bei den Juleps eine noch viel größere Variation. Wird heute der Mint Julep fast ausschließlich mit Bourbon gemixt, waren vor 150 Jahren noch Rezepte mit Brandy, Fruchtspirituosen oder sogar Madeira zu finden. Ursprünglich waren die Juleps noch eine eigenständige Getränkegruppe. Genauso wie die Smashes, Fixes, Punches oder eben die Cocktails. Dementsprechend konnten die Juleps auch mit verschiedenen Spirituosen zubereitet werden. Eine Basisspirituose wurde mit Puderzucker und Minze in einem Tumbler auf gestoßenem oder geschabtem Eis serviert. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts waren noch die Mischungen mit Brandy oder Cognac und Fruchtspirituosen sehr beliebt (original Georgia Mint Julep). Nach und nach hat sich die Variante mit Bourbon durchgesetzt. Kein Wunder, wenn der Cocktail und die Getreidespirituose doch aus der gleichen Region kommen. Man könnte eine gewisse Parallele zum Old Fashioned  ziehen. Whiskey und Zucker auf Eis mit Schmelzwasser und Minze statt der Bitters.

Verbreitung

Senator Henry Clay (der erfolgloseste Politiker der Geschichte der USA, wenn es um die Präsidentschaftswahlen geht – er hat fünf Mal vergeblich versucht, das Amt zu erringen) sorgte 1850 immerhin dafür, dass der Mint Julep auch über die Grenzen der Südstaaten hinweg populär wurde. Er gab dem Barkeeper im Willard Hotel in Washington, DC. das Rezept für den Julep. Interessant ist hier bereits die Verwendung von Bourbon und dem Silberbecher. Senator Clay belässt in seinem Rezept die Minzblätter im Becher. Ich bin der Meinung, der Drink bleibt während des Trinkens länger frisch, wenn die Blätter vor dem Servieren aus dem Drink genommen werden. Wichtig in jedem Falle ist das starke Kühlen des Drinks. Um das zu erreichen, kann der Julep vor dem Servieren noch für wenige Minuten in den Tiefkühler oder ein Crushed-Ice-Bad gestellt werden.

Und die Araber?

Nun wird sich der aufmerksame Leser fragen, wo bleiben die Araber aus der Überschrift? Die Frage klärt sich mit einem Blick auf die Herkunft des Wortes Julep. Es stammt aus dem Arabischen und bedeutet so viel wie Rosenwasser. Wie das noch alkoholfreie Getränk aus dem Morgenland letztlich seinen Weg in die Südstaaten und hier eine Verbindung zu dem starken Cowboy-Drink gefunden hat, bleibt allerdings ein Rätsel.

 

1 Comment

  1. […] wurde der edle Wein nach Amerika verschifft. Welche Mixed Drinks gab es um 1750 bereits? Richtig! Juleps. Deswegen liegt es nahe, dass Madeira in dem Südstaatenklassiker Verwendung findet. Vor 150 Jahren […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.