Jack Daniel's

Jack Daniel's Single Barrel Rye, MOAW

MASTER OF AMERICAN WHISKEY aus Sicht eines Teilnehmers

Master of American Whiskey war wirklich eine meisterliche Veranstaltung. Meisterlich nicht nur, was die Fähigkeiten der Teilnehmer angeht – sondern vor allem was die Vermittlung von Wissen betrifft. Damit hat sich Master of American Whiskey (MOAW) ganz klar von anderen Wettbewerben abgehoben. Ich habe in den letzten zehn Jahren einige Competitions miterlebt. Aber etwas vergleichbares habe ich noch nie gesehen.

Zwei Runden

In Deutschland wurde der Wettbewerb in zwei Runden ausgetragen. Beim ersten Durchgang haben 150 Barkeeper während drei verschiedener Termine die Gastfreundschaft von Brown Forman im brandenburgischen Nauen genießen dürfen. Während der zwei sehr intensiven Tage haben wir alles über die Whiskey-Herstellung erfahren.

Jede Menge Wissen!

Es wurden die Themen Getreide, Fermentation, Destillation und Lagerung des Destillats besprochen. Wir sind mit den verschiedenen Referenten teilweise extrem tief in die Thematik eingestiegen. An manchen Stellen war der vermittelte Stoff für die kurze Zeit ausgesprochen üppig. Aber es hat sich gelohnt. Die Auswahl der Experten war sehr passend. Vor allem Richie hat das Thema Bierbrauen super anschaulich erklärt. Außerdem hätte ich auch nie gedacht, dass ich einmal so viel über die Fassherstellung erfahren würde. Respekt! Am Ende ist jeder Teilnehmer sehr viel schlauer nach Hause gefahren. Als Highlight hat uns Jeffrey Morgenthaler die klassischen Whiskey Cocktails seiner Heimat nahe gebracht. Schon ein verrückter Typ, dieser Jeffrey. Für meinen norddeutschen Geschmack stellenweise etwas zu doll.

Wissen stand im Vordergrund

Sehr ungewöhnlich war die späte Fütterung der Teilnehmer mit Cocktails und Whiskeys. Auf anderen Veranstaltungen gleicher Couleur geht es meist gleich feucht fröhlich zur Sache. Da steht dann mehr der Spaß im Vordergrund. Nicht, dass wir auf der MOAW keinen Spaß gehabt hätten. Aber während des Unterrichts stand ganz klar die Wissensvermittlung im Focus. Und das war auch gut so. Hätte ich mir auch manchmal einen Drink gewünscht, bin ich hinterher froh, dass ich die Gelegenheit hatte, den Referenten aufmerksam zu lauschen.
Am Ende des zweiten Tages stand ein kleiner Test und das Blindverkosten von Spirituosen und Cocktails an. Anschließend haben wir bei toller Stimmung Whiskey und lecker Bier von Richie getrunken. Die besten 16 Testergebnisse ermöglichten dem jeweiligen Barkeeper die Teilnahme am Semi-Finale des MOAW.

MOAW Halbfinale in Hamburg

Die zweite Runde der Competition fand in Hamburg statt. Schon einige Wochen vorher haben wir glücklichen 16 drei Flaschen Whiskey von Brown Forman und ein neues Eichenfass bekommen. Aufgabenstellung: Fassgereifter Cocktail! Die Präsentation des fertigen Drinks war eine der vier Aufgaben, die wir in den kommenden zwei Tagen meistern sollten.

Die Challanges

Außerdem mussten wir im Gastgespräch einen klassischen Whiskey Cocktail empfehlen und mixen. Leider erfuhren wir erst unmittelbar vor der Challenge, dass es jetzt soweit sei. Das ist eine coole Idee, die Sinn macht. Nur leider hatten wir uns am Ende des ersten anstrengenden Tages im Rabithole fälschlicher Weise zum entspannten Ausklang des Abends mit allen Teilnehmern und der Jury (Bianca Praetorius, Nick Theurer, Nils Wrage und Gabriel Daun) eingefunden. Unsere Feierabendstimmung war dann aber ganz schnell passé. Ein bisschen schade.

Ungewöhnliche Hilfestellung

Die dritte Aufgabe im Halbfinale des Master of American Whiskey war ein kurzer Vortrag jedes Barkeepers über die Whiskey-Produktion. Zur Vorbereitung auf das Referat und alle anderen Aufgaben hatten wir ein sehr intensives Public Speaking Training mit Bianca Praetorius. Das Coaching mit der taffen Berlinerin war für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Wird einem sonst auf Wettbewerben üblicher Weise Fachwissen eingetrichtert, ging es hier um Soft Skills. Das hat uns mehr auf die kommenden Aufgaben vorbereitet, als das Vermitteln von noch mehr facts. Hat mir sehr gut gefallen und mich nach vorne gebracht.

Ich liebe Zahlen und Fakten

Richtig viel Spaß hat ein weiterer Test und diverse Blindverkostungen gemacht. Diesmal sehr viel detaillierter als in der ersten Runde in Brandenburg. Verpackt war der Test in einen witzigen Bar Zirkel. Ein Teilnehmer hat den aus 20 Stationen bestehenden Parcours mit einer Schnitzeljagd verglichen.

Top Barkeeper

Soviel zur meisterlichen Planung und Durchführung des Events. Hut ab. Geile Kiste! Doch genauso meisterlich wie die Umsetzung von Brown Forman unter Führung von Nick Theurer war das Teilnehmerfeld. 16 sehr kreative Barleute, die ihr Handwerk verstehen. Ich habe viele Drinks meiner Mitstreiter probiert und war beeindruckt von den abgefahrenen Ideen. Auch die jungen Kollegen waren schon richtig fit und bestens vorbereitet.
Aus den 16 Teilnehmern sind schließlich die fünf besten Finalisten hervorgegangen. Sie reisen im April nach Kentucky und Tennessee. Nach den ersten beiden Runden mit extrem viel vermitteltem Wissen, bin ich mir sicher, dass die fünf Jungs nach der finalen Runde tatsächlich Meister im Verständnis für amerikanischen Whiskeys sein werden. Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner: Florian Drucks-Jacobsen Liquid Bar, Christian Schroff Orientierbar, Tobias Lindner The Old Jacob, Paul Thompson Ona Mor und Max Martini Gekkos.

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