Der Mai Tai – Der bekannteste Tiki Cocktail

Er ist auf fast jeder Cocktail Karte zu finden. Und fast genauso oft, sind seine Zutaten falsch angegeben und der Drink hat dann dementsprechend nicht mehr viel mit der Idee des Mai Tai zu tun. Die Freiheit zur Auswahl der Zutaten will ich keinem Barkeeper oder Hobby Mixologen absprechen. Es macht durchaus Sinn, mit ungewöhnlichen und neuen Zutaten zu experimentieren oder ein Produkt durch ein besseres zu ersetzen. Aber wenn es doch für einen Drink ein Originalrezept gibt, dann sollte sich der Barkeeper daran halten. Wenn er es nicht tut, reicht ja schon ein einfacher Verweis à la: „nach Art des Hauses oder Twist“. Was gehört denn nun in einen Mai Tai und woher stammt das Originalrezept?

Wer hat den Mai Tai erfunden?

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Mai Tai Girl – Quelle: Flickr / Sam Howzit

Erfunden hat den Mai Tai ziemlich sicher Trader Vic (mit bürgerlichen Namen: Victor Bergeron). Don the Beachcomber (bürgerlich: Ernest Beaumont-Gantt) hatte ebenfalls den Anspruch, den populären Tiki Drink erfunden zu haben. Allerdings war er sich nach einem  Rechtsstreit mit Trader Vic bezüglich der Urheberschaft nicht mehr ganz so sicher und überließ Trader Vic den Ruhm als Schöpfer des Drinks. Außerdem hat Trader Vic das Rezept schon drei Jahre nach seiner Kreation in seinem Barbuch Bartenders‘ Guide (1947) niedergeschrieben und veröffentlicht. Die Entstehung des Cocktails fällt in die Tiki-Ära. Eine Zeit die geprägt ist von Sehnsüchten nach exotischer Schönheit und müßiger Südsee-Romantik. Getragen wurde dieses Kulturphänomen durch die immer stärkere Annäherung Hawaiis an die USA, die Eindrücke der im Pazifik stationierten und kämpfenden GIs und schließlich dem populären Buch und Film Kontiki. Die beiden oben genannten Barkeeper richteten also ihre Bars nach Südsee-Vorbildern und exotischen Vorlagen ein und erfanden dazu passende Cocktails.

Als Trader Vic 1944 in seiner Bar in Oakland  1944 zwei Freunden aus Tahiti den neuen Drink das erste Mal vorstellte, waren die beiden so beeindruckt, dass sie in ihrer Muttersprache folgendes ausriefen: „Mai Tai Roa Ae“. Das heißt so viel wie: Nicht von dieser Welt – das Beste.

Das Mai Tai Rezept ist im Original wie folgt angegeben:

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Mai Tai

6cl 17-year-old J Wray & Nephew Jamaican Rum

1-2 cl French Garnier Orgeat

1-2 cl Holland Orange Curacao

1cl Rock Candy Syrup

Saft einer frischen Limette

Alles kräftig shaken, auf gestoßenem Eis in ein double old fashioned glas geben und mit einer Limettenhälfte und einem Minzzweig garnieren.

Leider unmöglich nach Originalrezpt zu mixen

Leider ist es jetzt doch nicht so ganz einfach, sich an das Originalrezept zu halten, wie ich es eingangs beschrieb. Der 17 jährige Wray & Nephew wird wohl kaum noch zu kaufen sein. Die letzte Flasche hat angeblich das Merchant Hotels in Belfast im Jahre 2011 gekauft. Die Barkeeper in Nordirland haben daraus dann natürlich einen Mai Tai nach Originalrezept gemacht und ihn für stolze 750  angeboten. Die Flasche war leider sehr schnell leer. Als Alternative nehme ich gerne einen Mix aus dem Wray & Nephew white overproof Rum und dem Smith and Cross Traditional Rum.

Der Mai Tai und Ananassaft

Für mich ein absolutes No-Go beim Mai Tai ist das Verwenden von Ananassaft. Das hat überhaupt nichts mit Trader Vics Idee zu tun, wird aber leider sehr oft gemacht. Der Grund dafür ist der Export des Mai Tais nach Hawaii. Hier wurde der sehr beliebte Drink schnell mit dort stark kultivierten Ananas statt der teureren Limetten zubereitet. Irgendwie hat diese Unsitte ihren Weg auch in heimische Bars gefunden und wird von vielen Barmitarbeitern immer noch ganz selbstverständlich praktiziert.

 

Titelbildquelle: Flickr / Sam Howzit

3 Comments

  1. […] mit zahlreichen exotischen Exponaten geschmückt. Eventuell ist Trader Vic sogar der Urheber des Mai Tai Cocktails. Der Restaurantbesitzer und Begründer der großen Tiki-Ära in den 1950er und 1960er Jahren war […]

  2. […] machte Trader Vic (Mai Tai) eine Entdeckung, die noch heute eine gewisse Rolle an der Bar spielt und in Zukunft eine noch […]

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