Lion’s Tail Cocktail

Mit dem Lion’s Tail Cocktail stelle ich heute einen Cocktail vor, dessen Zutaten auf den ersten Blick gar nicht zu einander passen wollen. Bourbon, Limettensaft und Pimento Dram. Alleine schon die Verbindung von Bourbon und Limettensaft ist ungewöhnlich. Aber Bourbon und Pimento Dram macht den Cocktail noch interessanter. Pimento (oder im Englischen häufiger Allspice) Dram ist eine selten verwendete Zutat in der Bar, die wenn überhaupt mit Tiki Drinks oder karibischen Kreationen in Verbindung gebracht wird. Der Lion’s Tail Cocktail beweist uns, dass die exotische Ingredienz auch im Zusammenspiel mit Bourbon eine äußerst gute Figur macht.

Lions‘ Tail Rezept:

6 cl Bourbon

1,5 cl Limettensaft

1,5 cl Pimento Dram

2 Dash Zuckersirup

1 Dash Angostura

Alle Zutaten kräftig shaken und in ein vorgekühltes Cocktailglas geben.

Pimento Dram

Pimento Dram ist ein Likör, der seinen Ursprung in der Karibik hat. Er wurde hier schon einige Jahrzehnte nach dem Produktionsstart von Rum von den Einheimischen hergestellt. Sie legten einfach getrocknete Pimentfrüchte und gelegnetlich auch Zimt oder Muskat Nuss in Rum ein und zuckert das Produkt schließlich nach. Die Trinkstärke liegt bei etwa 22% vol.

Wo bekommt man Pimento Dram her?

Wrey and Nephew’s stellen schon lange einen Allspice Dram her. Dieser war für lange Zeit das Standartprodukt in Tiki-Bars. Doch selbst in den USA ist das Produkt nicht mehr verfügbar. Wer heute in Deutschland ein fertiges Produkt kaufen will, ist mit dem Pimento von The Bitter Truth ganz gut beraten. Leider etwas teuer, aber geschmacklich gut. Man kann auch versuchen, den St. Elizabeth Allspice Dram aus den USA zu importieren. Allerdings ist der noch teurer. Wer Geld sparen will und etwas Zeit hat, macht den Dram halt selbst. Im Internet lassen sich Rezepte zum Selbermachen finden. Ich hatte mal das Glück, einen originalen Pimiento Dram von Jamaica probieren zu können. Das war eine wahre Geschmacksbombe. Ich hatte selbst am nächsten Tag noch den stark würzigen Nachhall am Gaumen.

Herkunft des Lion’s Tail Cocktail

Das erste Mal taucht der Cocktail 1937 im Café Royal Cocktail Book auf. Ted Haigh ist der Meinung, der Lion’s Tail Cocktail muss Anfang der 1930er Jahre das erste Mal gemixt worden sein und sein Initiator war sehr wahrscheinlich ein Exil-Amerikaner in Europa. Das klingt auch ziemlich naheliegend, wenn man bedenkt, dass der Bourbon und der Pimento Dram sehr amerikanische Zutaten sind.

Der Whiskey ist wichtig

Der Lion’s Tail ist im Grunde genommen ein ziemlich einfache Drink. Säure, Süße, die Spirituose und Bitters. Das Fundament bildet also ein Whiskey Sour. Das, was ihn so interessant und besonders macht, ist die Kombination von Pimento Dram und dem Bourbon. Da der Bourbon einen sehr großen Anteil am Cocktail hat, ist seine Wahl ganz besonders wichtig. Im Rezept aus dem Café Royal Cocktail Book wird als Whiskey der Seagram’s Bourbon angegeben. Schon damals war er eine große Marke. Das ist er heute immer noch unter dem Namen Seagram’s 7 Crown Blended als American Whiskey. Ein viel verkauftes Produkt. Es ist auch in Deutschland erhältlich. Allerdings kann es mich nicht überzeugen. Ich bevorzuge etwa Woodford Reserve. Ebenfalls ein relativ leichter Bourbon, jedoch mit mehr Charakter. Auch ein etwas stärkerer Whiskey steht dem markanten Pimento Darm gut zur Seite. Etwa ein Baker’s oder ein Michter’s American Whiskey.

 

Titelbildquelle: Tim Sackton

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.