Der Kir Royal ist einer der bekanntesten Champagner-Cocktails überhaupt. Er ist simple und einfach herzustellen. Einfach einen Barlöffel (und wirklich nicht mehr) Creme de Cassis in ein Glas mit 10cl kalten Schaumwein geben – fertig. Und dabei schafft es der Kir Royal wie kaum ein anderes Getränk, seinen regionalen Bezug so kraftvoll auszuspielen. Alle Zutaten (na gut, es sind ja nur zwei) kommen aus der Bourgogne.

Rezept Kir Royal

10cl Schaumwein

1 Barlöffel Creme de Cassis

Den Schaumwein in ein Champagnerglas geben und den Likör dazu geben. Gegeben falls vorsichtig umrühren.

Zuerst war der Kir da

Der Ursprung des Kir Royal ist der Kir. Der wurde schon lange vor dem royalen Bruder und noch fast ausschließlich bis vor 60 Jahren getrunken. Wer meint, alleine Champagner macht einen Kir Royal königlich, der irrt leider. Der Drink kommt aus der Bourgogne und wurde und wird noch immer ursprünglich mit Weißwein (Bourgogne Aligoté) aus der Region gemixt. Diesen zeichnet seine Leichtigkeit aus.

Cremant de Bourgogne

Und die Bourgogne hat auch seinen eigenen Schaumwein. Nämlich den Cremant de Bourgogne. Der heimische Schaumwein kommt auch viel dichter an die leichte Idee eines ursprünglichen Kirs (Bourgogne Aligoté ) mit  als ein Champagner. Denn der ursprünglich verwendete Wein für den Kir ist ja auch eher leicht. Also kann in einem Kir Royal theoretisch jeder Schaumwein vermixt werden. Vorzugsweise aber ein Cremant aus dem Burgund.

Felix Kir

Richtig populär hat den Kir sein Namensgeber gemacht. In der Funktion als Bürgermeister von Dijon hat Felix Kir das Weinmixgetränk bei jeder Gelegenheit seinen Gästen serviert. Die Mischung war schon vorher bekannt. Denn diedas Vermixen der beiden regionalen Spezialitäten liegt nahe. Der Creme de Cassis als bekannter Johannisbeer-Likör aus der Gegend um Dijon und der ebenfalls hier produzierte Wein gingen schon lange vor Kirs Amtszeit eine Verbindung ein. Doch ihm ist es zu verdanken, dass der Drink heute auf der ganzen Welt seine Anhänger findet.

Pfarrer und Widerständler

Felix Kir war vor seinem Amtsantritt als oberster Stadtdiener geistlicher Seelsorger und zuletzt sogar Domherr. Besondere Anerkennung gebührt ihm in Hinblick auf seine Verdienste während der deutschen Besatzung des Burgunds. Er war im Widerstand organisiert und wurde nach seiner Ergreifung 1940 zum Tode verurteilt. Seine Verbindung zur Kirche konnte ihn vor dem Äußersten bewahren. Schließlich kam er sogar aus der Haft frei.

Das konnte ihn nicht daran hindern, an die Richtigkeit der lebensgefährlichen Unternehmungen zu glauben. Er engagierte sich weiterhin in der Résistance. 1944 wurde er wieder gefangen genommen. Wie durch ein Wunder überlebte er mehrere Schussverletzungen und konnte bis zum Kriegsende untertauchen. Nach der Befreiung 1945 bekleidete er das Amt des Oberbürgermeisters für die nächsten 23 Jahre. In der Zeit hat er es geschafft, einen echten Barklassiker zu schaffen.

 

Titelbildquelle: Flickr / Robert Young

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