Tiki Cocktail

Einer der letzten Ikonen der alten Tiki Hochkultur – Jungle Bird Cocktail

 

Der Jungle Bird Cocktail ist einer der jüngsten Tiki Cocktails. Kurz vor dem Abgesang der großen Tiki Ära entstand er in Kuala Lumpur. Er weist alle wichtigen Merkmale eines Tiki Drinks auf und begeistert seit einigen Jahren erneut vor allem die Barkeeper und die gebildete Genießer in New York und den USA. Also allerhöchste Zeit, sich den Youngtimer mal genauer anzuschauen.

Vergessene Cocktails

Ein vergessener Cocktail muss nicht immer aus den 1920er Jahren oder aus der Zeit vor der Prohibition stammen. Als zu Beginn der 1980er Jahre viele Tiki Restaurants und Bars ihre Pforten schlossen und die ganze Tiki Bewegung zunehmends an Bedeutung verlor, tauchten viele Tiki Cocktails für lange Zeit ab.

 

Tiki war ziemlich abgemeldet

Der Tiefpunkt der Tiki Cocktail Kultur hat in den USA nach der Jahrtausendwende erfreulicherweise ein Ende gefunden. Hier und da öffneten wieder Tiki Bars und alte Cocktails aus den vergangenen Tagen wurden reanimiert. In Deutschland sind die Bestrebungen zur Wiederbelebung des bunten Kults noch nicht so deutlich zu spüren. Doch das ist kein Wunder. Schließlich sind die USA die Heimat von Cocktailschirmchen, Hawaiihemden und kräftigen Rum Cocktails. Trotzdem gibt es hierzulande jüngst immer mehr zaghafte Impulse, das Südsee Feeling nach Deutschland zu holen.

 

Tiki im Jungle von Südostasien

Der Jungle Bird entstand 1978 in der Aviary Bar im Kuala Lumpur Hilton. Das Hotel befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Kuala Lumpur Bird Park. Kein Wunder also, dass der exotische Cocktail nach einem bunten Vogel benannt wurde. Ein Jahr nach seiner Entstehung erscheint der Drink erstmalig in The New American Bartender’s Guide von John J. Poister.

 

Zutaten für den Jungle Bird

Der Jungle Bird Cocktail besteht aus Campari, Demerara Sirup, Ananassaft, Limettensaft und kräftigem dunklen Rum. Besonders geeignet dafür sind Jamaica Rums wie Smith and Cross, Appleton Rare Blend oder Compagnie Des Indes Jamaica 5 Years oder schwere Demerara Rums. Der Ananassaft sollte frisch sein. Dafür einfach eine reife Ananas gründlich schälen und in den Entsafter geben. Dass frischer Limettensaft obligatorisch ist, will ich an dieser Stelle nicht erneut vertiefen.

 

Der Demerara Zucker Sirup spielt bei Tiki Cocktails eine große Rolle. Er lässt sich einfach selbst machen. Dazu 3 Teile heißes Wasser mit 3 Teilen herkömmlichen Rohrzucker und einem Teil Demerara Zucker vermischen. Der höhere Anteil der Melasse im Demerara Zucker unterstützt den Rum geschmacklich und hilft oft, dem perfekten Tiki Drink näher zu kommen.

 

Jungle Bird Rezept

4,5 cl Kräftiger dunkler Rum

2 cl Campari

1,5 cl Limettensaft

1,5 cl Demerara Sirup

5,5 cl Ananassaft

 

Alle Zutaten mit Crushed Ice in einen Blender Becher geben und mit einem Drink Mixer blenden. Optimal kann der Drink auch kräftig geshaked werden. Den Drink mit dem gebrauchten Eis in einen Tiki Mug geben und üppig mit Ananas, Blüten, Cocktailkirschen und Schirmchen garnieren.

 

Es muss nicht immer alles zu ernst genommen werden

 

Cocktail Box

Mach deine Cocktails selbst

Die ausladende Garnitur sollte den ernsten Hipster Barkeeper nicht abschrecken. Bei Tiki Cocktails ist das durchaus erlaubt. Wenn nicht sogar erwünscht.  Ebenso wie der Gebrauch des aus vielen Bars verbannten Stabmixers.

 

Campari als Zutat in Tiki Cocktails

Dass Campari in einem Tiki Cocktail vermixt wird, stellt eine absolute Seltenheit dar. Wer einen älteren Tiki Drink mit Campari als den Jungle Bird sucht, wird das mit Sicherheit vergeblich tun.  Es lassen sich einige Drinks mit Campari finden, doch datieren die meist auf die Jahre nach der Entstehung des Drinks aus Kuala Lumpur. Wenn man so will, hat der Jungle Bird den italienischen Likör für den Tiki Kult salonfähig gemacht.

 

Ziemlich gewöhnlich dafür kommen die übrigen Zutaten im Jungle Bird Cocktail daher. Der Ananassaft wurde schon in den 1930er Jahren von Donn the Beachcomber verwendet. Das gleiche gilt für Limette, Rum und Zuckersirup.

 

Heute ist der Jungle Bird wieder ein Standard Drink auf modernen Tiki Karten in den USA. Zu uns nach Deutschland hat er es noch nicht ganz geschafft. Jedenfalls habe ich ihn auf noch keiner Karte gesehen. Wer weiß – wenn in der nahen Zukunft wieder mehr verspielt und nicht ganz so ernst mit farbenfrohen Tiki Mugs hantiert wird, taucht vielleicht auch der scheue Paradiesvogel in deutschen Bars auf. Ich würde es mir wünschen.

Lust auf mehr Tiki? Der Mai Tai!

 

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