Getränke Kategorien an der Bar

Das Wort Cocktail dient heute ganz selbstverständlich als Oberbegriff für alle alkoholischen und mittlerweile sogar nicht alkoholischen Mischgetränke. Sogar bei einigen Highballs oder Longdrinks findet sich die Bezeichnung Cocktail. Woher das Wort stammt, ist heute schwer zu sagen. Aber für was es ursprünglich stand und vor allem was es alles ganz gewiss nicht war, das kann man heute noch herausfinden. Erst in den 1920er Jahren hat sich das Wort Cocktail als Bezeichnung von fast allen Mixed Drinks an Bars etabliert.

Das Wort Cocktail wird zum Sammelbegriff für Mixed Drinks an der Bar

Es gibt wohl schon so lange Mixgetränke, wie es alkoholische Getränke selbst gibt. Diese waren noch bis zur Entstehung der modernen Bar regional geprägt und haben sich selten über Landes- oder Kulturgrenzen hinaus verbreitet. Die steigende Popularität der Mixed Drinks rief 1862 Jerry Thomas auf den Plan. Er verfasste mit dem „Bartender’s Guide“ das Erste Barbuch und stellte somit die Weichen für einheitliche Rezepturen und den Anspruch der Gäste, überall das gleiche Getränk in jedweder Bar zu bekommen. In seinem Buch finden sich insgesamt 527 Rezepte (einschließlich Premixes)! Davon sind gerade einmal 26 (etwa 5 Prozent) Cocktails. Alle anderen Getränke gehören zu heute oft vergessenen Kategorien.
Ein kleiner Überblick über die wichtigsten Getränkegruppe.

Punch

Rund um den Punch ranken sich viele Entstehungsgeschichten. Einige sagen, der Begriff kommt aus dem Indischen und bedeutet “fünf“ – für die Anzahl der Zutaten im Drink. Andere meinen, es kommt aus dem Englischen und beschreibt seine verheerende Wirkung. Alle sind sich einig, er hat eine enge Verbindung zur Seefahrt und ist vielleicht die älteste überlieferte Getränkegruppe (Ursprung im 17. Jahrhundert). Ganz sicher ist ein Punch immer stark und sollte mindestens eine kräftige Basisspirituose, Zitronen- oder Limettensaft und Zucker enthalten.

Julep

Ähnlich alt wie der Punch wird der Julep sein. Seinen Ursprung hat er in den Südstaaten. Als wichtigsten Bestandteil findet sich im Julep leicht angedrückte Minze. Daneben meist Zucker und eine kräftige Spirituose.

Smash

Ein geschüttelter und um Zitrussaft ergänzter Julep ist ein Smash.

Lemonade

Lemonades sind schon seit langem überlieferte alkoholfreie Getränke, die ursprünglich meist selbst gzubereitet wurden. Einfach Säfte, Gewürze, Sirups oder nur Zucker mischen und mit Soda auffüllen.

Cocktail

Mittlerweile ist der Cocktail der Oberbegriff aller Mixgetränke an der Bar. Zu seiner Entstehung war es ein bitterer Sling. Also ein Getränk bestehend aus einer Spirituose, Zucker, Wasser und Bitters.

Egg Nogg

Sehr gehaltvolle Dirnks sind die Egg Noggs. Sie können kalt und warm serviert werden und enthalten stets ein Eigelb (oder ganzes Ei) und Milch und dann Cognac, Sherry oder Portwein.

Flip

Flips sind den Egg Noggs sehr ähnlich. Sie werden nur ohne Milch hergestellt. Sie sind wie die Egg Noggs auch echte Urgesteine an der Bar.

Daisy

Daisies sind leichte erfrischende Drinks mit weniger Alkohol, die mit Soda aufgefüllt und frischen Früchten (vorzugsweise Beeren) garniert werden. Beliebt bei Damen.

Fix

Fixes habe schon sehr früh eine Rolle in Bars gespielt. Heute sind sie fast völlig vergessen. Etwas Zuckersirup auf Crushed Ice mit der Spirituose und etwas Zitronensaft verrühren.

Sangarees

Sehr einfach herzustellen sind Sangarees. Dafür einfach Portwein oder Sherry mit etwas Zucker vermischen, in ein halb mit Eis gefülltes Glas geben und mit Muskatnuss garnieren.

Shrub

Shrubs sind quasi die aged in bottle Cocktails der Barurväter. Eine Spirituose wird mit Gewürzen, Obst oder Früchten mehrere Tage eingelegt und danach klar gefiltert und in Flaschen gut gekühlt aufbewahrt. Gelegentlich werden sie mit Essig verfeinert.

Sling

Slings sehen den Fizzes ziemlich ähnlich. In der Mitte des 19.Jahrhunderts noch ohne Säure und optional auch warm serviert.

Sour

Ein Sour ist ein ziemlich einfacher Drink bestehend aus einer Basisspirituose, Zucker und Zitronensaft.

Crusta

Crustas sind nichts anderes als Sours mit etwas Maraschino oder Triple Sec und dem obligatorischen Zuckerrand am Glas.

Fizz

Der Fizz ist ein Sour mit Soda verlängert und im Longdrinksglas serviert.

Collins

Der Collins ist ein gerührter Fizz und kann fast jede Spirituose als Basis haben: Gin = Tom, Joe = Wodka, Pierre = Cognac, Pedro = Rum, Juan = Tequila.

Toddy

Ein Toddy kann als ein mit Zitrussaft verfeinerter Grog bezeichnet werden. Am besten Rum, Zitronensaft, Zucker und heißes Wasser vermischen.

Cobbler

Ein Glas voll mit zerstoßenem Eis mit Sherry, Portwein oder einer Spirituose auffüllen, kräftig shaken. Danach mit Beeren garnieren. Fertig ist der Cobbler.

Bowle

Eine Bowle kann so ziemlich alles sein. Hauptsache ist, dass die Mischung in einer großen Schale gemischt und gekühlt wird. Daraus werden dann mit einer Kelle die Gästegläser befüllt.

Swizzle

Ein typischer Vertreter aus der Karibik ist der Swizzle. Rum, Zucker und Limettensaft werden auf Eis im Glas mit einem besonderen Holzrührstab vermischt.

Rickey

Der Rickey würde heute einfach als Longdrink bezeichnet werden. Basisspirituose, Limetten oder Zitronensaft mit Soda auf Eis serviert.

Highball

Highballs sind grundsätzlich Longdrinks in kleineren Gläsern und ohne kleine Fillerflaschen an der Seite serviert.

Pick me up

Pick me ups sollen am Tag nach übermäßigem Alkoholkonsum und dem damit einhergehenden Unwohlsein, die Fähigkeit haben, den Kater in die Flucht zu schlagen (Bloody Mary, Prairie Oyster).

Milk Shake

Milk Shakes waren vor allem in den 1950er Jahren sehr beliebt. Einfach die Milch mit Spirituosen, Sirups, Likören oder Speiseeis mischen.

Fancy Drinks

Viele Drinks, die nicht in eine der genannten Kategorien eingeordnet werden konnte, wurden einfach als Fancy Drinks bezeichnet. Heute vereint der Begriff alle Drinks, die in den letzten 50 Jahren entstanden sind (z.B. Caribbean Drinks). Zu Zeiten von Jerry Thomas war sogar ein Brandy Crusta ein Fancy Drink!

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