Wer noch keinen Zugang zu Scotch Whisky gefunden hat oder ihn noch gar nicht probiert hat, sollte das unbedingt nachholen und zwar mit Blended Scotchs. Scotch Whisky bietet eine enorme geschmackliche Vielfalt und Schottland gilt als Ursprungsland des Getreidedestillats. Dementsprechnd groß ist die Auswahl. Den besten Einstieg zum Probieren bieten hier die Blended Scotch Whiskys. Drei der größten Blended Scotch will ich kurz vorstellen.

Johnnie Walker Primus der Blended Scotchs

Die Nummer eins ist ohne Zweifel Johnnie Walker. Er war sogar lange Zeit der meistverkaufte Whisky der Welt. Mittlerweile wird er von zwei indischen Whiskys abgehängt. Allerdings ist er immer noch der meistverkaufte Scotch. Den Johnnie Walker gibt es in verschiedenen Qualitäten. Das Einstiegsprodukt ist der Red Label. Für mich der einzige günstige Scotch, den man mal trinken könnte (muss man aber nicht, solange etwas anderes da ist). Ich zähle nur die wichtigsten Produkte aufsteigend nach dem Alter auf: Red, Black (12 Jahre), Gold, Platinum (18 Jahre), Blue (bis zu 65 Jahre alte Whiskys) Label. Das Unternehmen hat seinen Ursprung in einem kleinen Ort namens Kilmarnock etwa 20 Kilometer südöstlich von Glasgow. Hier eröffnete John Walker einen Gemischtwarenladen und begann bald selbst Whiskys zu blenden. Nach seinem Tod führten seine Söhne das Unternehmen weiter und konnten es auf dem internationalen Markt etablieren. Heute gehört Johnnie Walker und seine eigenen Destillerien (u.a. Talisker und Cardhu) zu dem weltweit größten Spirituosen Konzern Diageo.

Johnnie Walker Black Label

Die nächst höhere Qualität ist der Black Label. Er enthält mehr als 40 verschiedene Whiskys und stellt für mich was Preis-Leistung angeht ein unschlagbares Angebot dar. Er hat eine deutliche Rauchnote von beigegebenen Whiskys wie Caol Ila oder Talisker. Schmeckt aber trotzdem ausgewogen und komplex und hallt lange am Gaumen nach. Er schafft es trotz seiner torfigen Momente, die sanften und weichen Noten seiner Speyside-Elemente zu betonen. Für mich ein großartiger Alltags-Whisky.

Ballentine‘s

Was die Verkäufe angeht, liegt Ballantine’s auf Platz vier der meistverkauften Blended Scotchs. Die Marke dürfte jedem bekannt sein. Der Whisky steht an jeder Tankstelle und in jedem Supermarkt-Regal. Das Unternehmen hat seinen Ursprung in der Hauptstadt Schottlands. Schon 1827 eröffnete George Ballantine sein Geschäft in Edinburgh. Er führte das Geschäft bis zu seinem Tod 1891 und erreichte schon zehn Jahre zuvor, dass Ballentine’s Whisky weltweit genossen werden konnte. Sein Erbe wurde nach seinem Tod von seinen Söhnen weitergeführt. Sie erreichten es, dass Ballantine’s zum Hoflieferanten des Königshauses wurden.

Ballentine’s Qualitäten

Die Standardqualität ist der Ballantine’s Finest. Er ist preislich mit dem Johnnie Walker Red Label zu vergleichen, ist für meinen Geschmack aber etwas langweiliger. Es fehlt auch das gewisse Torfige. Er eignet sich aber hervorragend zum Mixen von Longdrinks. Wer also gerne Whisky-Cola trinkt, ist mit dem Ballantine’s Finest gut beraten. Der Ballantine’s aged 12 years präsentiert sich hier schon besser. Auch bei ihm vermisse ich das rauchige Aroma und den kräftigen Geschmack. Dafür eignet er sich ausgezeichnet für alle, die runde weiche und eher süße Whiskys bevorzugen. Ein Whisky, der mit viel Charakter und Süße daherkommt und der durch die längere Holzlagerung mit einem schönen Vanillearoma punkten kann. Auch Ballantine’s hat noch ältere Qualitäten im Angebot: aged 17years, aged 21years und schließlich aged 30years. Das Unternehmen gehört zu Pernod Ricard.

Chivas Regal

Das Unternehmen wurde schon 1843 zum Hoflieferanten ernannt und ab 1858 von den beiden Chivas Brüdern geleitet. Heute ist es das Haus mit den zweithöchsten Verkaufszahlen unter den Blended Scotch Whiskys. Das Unternehmen gehört ebenfalls zu Pernod Ricard.

Chivas Regal 12

Der 12 jährige Scotch von Chivas Regal ist ein sehr solider Whisky zu einem guten Preis. Er ist rund, weich und erinnert etwas an Nougat und frisches Obst. Unverschämt gut schmeckt der Chivas Regal 18. Wenn ich nicht auf den Preis gucken muss, ist er mein Lieblings-Blend. Nicht, dass der Preis für einen so guten Whisky zu hoch wäre, aber um und bei 50,-€ für eine Flasche macht doch wieder drei Euro für ein Glas Whiskey zuhause und schnell 15,-€ in der Bar. Der Blend ist ausgesprochen harmonisch. Die einzelnen Bestandteile verschmelzen zu einem weichen und komplexen Geschmackserlebnis. Er ist weich und verfügt zugleich über ganz leichte Rauch- und Salznoten. Auch kräftige Schokolade lässt sich im Geschmack finden und dominiert schließlich den Abgang. Ein ganz besonderer Whisky.

Weitere Chivas Regal Qualitäten

Chivas Regal bietet auch noch einen 25 jährigen Blended und den berühmten Royal Salut an. Der Royal Salut verbindet Whiskys die mindestens 21 Jahre gereift sind und wurde zur Krönung Königin Elizabeth II. 1953 vorgestellt. Er lässt wiederum die Salz- und Rauchnoten vermissen aber besticht durch seine Komplexität und den lang anhaltenden Nachklang.

1 Comment

  1. […] ist eine verrückte Welt. Bei Connaisseuren rund um den Globus steht Scotch so sehr im Fokus, wie noch nie zuvor. Der Scotch-Whisky-Boom scheint gar kein Ende zu nehmen. Immer […]

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