Portwein ist einer der erlesensten Weine (auch wenn er verstärkt ist – das macht ihn ja nur interessanter), die die Welt der Getränke zu bieten hat. Er passt hervorragend zum Käse und macht sich super als Zutat in Cocktails. Leider fristet der Portwein ein stiefmütterliches Dasein in Bars und Restaurants. Aber besonders in der gehobenen Gastronomie wird er geschätzt und gerne nach oder vor dem Essen gereicht. Aber was bedeuten die Begriffe Tawny, Ruby oder Late Bottle Vintage auf den Etiketten?

Geschichte und Anbau des Portwein’s

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Portwein – Quelle: Flickr / TheoK

Seine Geschichte geht zurück bis ins 18.Jahrhundert. Die Briten kultivierten und veranlassten die Produktion dieses eigenwilligen Weins aus dem Duoro-Tal. Das Anbaugebiet liegt etwa 100 Kilometer östlich des Atlantiks an der Grenze zu Spanien. Seinen Namen hat der Port von der Stadt, von der aus er verschifft wird: Porto. Der Wein wird auf terrassenartigen Weinbergen angebaut. Nach der Ernte und  des Kelterns des Weins wird die Gärung durch das Hinzugeben von Brandy gestoppt und der Wein kommt zur Lagerung in Fässer oder Tanks. In Gentleman Clubs ist das Portwein trinken noch immer eine gern gehegte Tradition.

Ruby Ports

Grundsätzlich und etwas vereinfacht (und das soll es hier ja auch sein) lässt sich Portwein in drei Kategorien unterteilen. Da wären die Ruby Ports, die White Ports und die Tawny Ports. Die Ruby Ports lagern etwa zwei bis drei Jahre in großen Tanks und werden dann gemischt mit anderen Weinen aus unterschiedlichen Jahrgängen trinkfertig auf Flaschen gezogen. Durch die kurze Lagerung und den geringen Luftkontakt in den großen Tanks hat der Ruby immer noch eine stark rote Farbe (daher sein Name: rubinrot) und schmeckt fruchtig leicht.

Vintage Ports

Besonders gute Weine aus einem gelungenen Jahrgang kommen in kleine Fässer, werden ebenfalls nach zwei bis drei Jahren ohne das Hinzugeben anderer Jahrgänge auf Flaschen gezogen und können dann als Vintage Port teilweise für viele Jahrzehnte in der Flasche weiter reifen. Ihre Preise übersteigen die der normalen Ruby Ports um ein Vielfaches. Vintage Port sollte noch einige Jahre in der Flasche nachreifen, um sein typischen Altersaromen voll entfalten zu können.

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Late Bottled Vintage Ports

Eine dritte Variante des Ruby ist der Late Bottled Vintage. Der Wein lagert hier bis zu sechs Jahre im Fass

und kommt danach in die Flasche. Er ist nach der Abfüllung bereits trinkfertig und entwickelt sich in der Flasche nur noch wenig weiter. Seine Aromen sind zwischen den beiden vorher genannten Ports anzusiedeln.

Tawny Ports

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Tawny Portwein

Anders als der Ruby Port wird der Tawny Port einige Jahre in Holzfässern ausgebaut. Das ermöglicht einen größeren Kontakt zur Luft. Dadurch verlieren sie ihre tiefrote Farbe und bekommen eine fahlrote Farbe. Daher auch ihre Bezeichnung: Tawny (engl.)=lohfarbend. Sie altern schneller und bekommen trockene, nussige Aromen und erhalten teilweise auch ihre Tannine. Tawny Ports werden vor dem Abfüllen ebenfalls aus verschiedenen Jahrgängen verschnitten. Old Tawny lagert mindestens zehn und bis zu 40 Jahren im Fass.

Colheita Ports

In besonders guten Jahren werden sogenannte Colheita Ports ausgebaut. Der Wein dieses Jahrganges wird mindestens sieben Jahre – manchmal mehrere Jahrzehnte – im Fass gelagert und dann in Flaschen abgefüllt. Die Jahreszahl auf dem Etikett verrät das Erntejahr der Trauben, die auch nur aus diesem Jahr sind. Colheita Port ist nach der Abfüllung trinkfertig und verändert sich nicht mehr nennenswert in der Flasche.

 

 

White Ports

Beim White Port werden ausschließlich weiße Trauben gekeltert. Er ist meistens trocken und wird anders als die roten Varianten als Aperitif getrunken. Auch weißer Port kann viele Jahre im Fass gelagert werden. Für gewöhnlich aber nicht länger als drei Jahre. Er wird danach verschnitten und abgefüllt.

 

Titelbildquelle: Flickr / QuinnDombrowski

3 Comments

  1. […] Portwein ist ein tolles Getränk – und demnach sind Portwein Cocktails viel zu selten zu finden! Doch wenn man an Cocktails mit dem portugiesischen Wein denkt, fallen einem da wohl kaum welche ein. Als ich die Auswahl zusammen gestellt habe, machte ich mir Sorgen, ob ich denn genügend Cocktails finden würde. Letztlich fand ich so viel Drinks, dass mir die Auswahl am Ende schwer fiel. […]

  2. […] Nicht zuletzt hier lassen sich große Parallelen zum portugiesischen Bruder vom Festland, dem Portwein, […]

  3. […] Sherry und Port Wine in den letzten 150 Jahren überwiegend geschafft haben, war Madeira und Marsala nicht unbedingt […]

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