Mexico

Rum aus Mexiko

Mexikanischer Rum wird in den letzten Jahren immer mehr zum Thema an der Bar und kann ganz langsam aus dem Schatten der großen Brüder Tequila und Mezcal heraustreten. Dabei ist die Tradition des Rums in Mexiko älter als die des Tequilas.

 

Mexiko ist größter Zuckerrohrproduzent in Mittel- und Südamerika

In Mexiko werden jährlich fast 51 Millionen Tonnen Zuckerrohr geerntet. Damit ist  Mexiko Spitzenreiter in der Karibik und auf Platz sechs in der Welt. Zum Vergleich baut Kuba jährlich rund 16 Millionen Tonnen an. In Kuba kann man sich sicher sein, dass fast die gesamte Ernte im heimischen Rum landet. In Mexiko ist das schon ganz anders. Ein Großteil der Zuckers wird vielleicht destilliert, ist am Ende aber doch kein Rum. Sondern wandert in die Mixto Tequila Herstellung. Denn Mixto Tequila muss nur zu 51% aus der Blauen Weber Agave destilliert werden. Der Rest des fermentierten Zuckers stammt dann überwiegend aus Rohrzucker.

 

Die Anfänge der Rumproduktion in Mexiko

Auch wenn der mit Tequila erzielte Umsatz 100 mal größer ist, als der mit mexikanischen Rum erwirtschafte, hat der Rum doch die ältere Geschichte in Mexiko.Schon 1520 wurden die ersten Zuckerrohrsetzlinge in Mexiko gepflanzt. Wie überall wo Zuckerrohr im 16. Jahrhundert erfolgreich angebaut wurde, kamen die Bauern, Siedler und Plantagenbesitzer auch in Mexiko schnell zu dem Schluss, dass vergorener und anschließend gebrannter Rohrzucker eine großartige Bereicherung für den tristen kolonialen Alltag darstellte. Als besonders gut geeignet für den Rohrzuckeranbau hat sich die Region Veracruz im Westen von Yucatan direkt am Golf von Mexiko herausgestellt. Hier wird ein Großteil des Zuckers in Mexiko angebaut.

 

Mexikanischer Rum in Europa

Schon im 17. Jahrhundert gelangte der Rum aus Mexiko zu großen Ruhm. Die spanischen Kolonialherren exportierten den destillierten Zuckerrohr in ihr Heimatland. Hier erfreute sich der Rum einer großen Beliebtheit. Häufig wurde er in alten Fässern nach Europa verschifft. Diese waren auf dem Hinweg nach Mexiko mit Wein aus Spanien befüllt. Der mexikanische Rum konnte während der langen Überfahrt zurück nach Europa, die auch oft über mehrere Stationen ging, in den Fässern reifen und eine Verbindung mit den Aromen des Weines eingehen.

 

Die Prohibition in Mexiko

Das Ergebnis war so wohlschmeckend, dass die spanischen Weinbrandhersteller um ihren Absatz im eigenen Land fürchteten. Das war für König Philipp V Grund genug, die Rumproduktion in Mexiko zu verbieten. Als er 1700 zum König von Spanien und damit zum obersten Kolonialherr von Mexiko wurde, war die Prohibition eine seiner ersten Amtshandlungen. Das Verbot der Herstellung von Rum blieb noch bis 1796 in Kraft. Erst danach durfte wieder offiziell vergorene Zuckerrohrmelasse destilliert werden. Das hielt die Mexikaner natürlich nicht davon ab, trotzdem Rum zu machen . Er wurde einfach im Verborgenen produziert. Und ganz sicher erreichte in dieser Zeit auch das ein oder andere verbotene Fass Spanien.

 

Bekannte mexikanische Rums

Die bekannteste Destillerie in der Region Veracruz ist die Licores Veracruz Distillery in Córdoba. Hier werden Tequila, Mezcal, Vodka und Rum hergestellt. Die Anlage verfügt sowohl über klassische Pot-Still Brennblasen als auch über effektive Kolonnenbrennanlagen. Gleich zwei der in Deutschland erhältlichen mexikanischen Rums kommen aus dieser Brennerei. Zum einen Villa Rica Rum, der aus Zuckerrohrsaft destilliert wird und zum Teil bis zu 23 Jahren in europäischen Holzfässern altert. Und zum anderen der Mocambo Rum, der in der Tradition kubanischer Rums hergestellt wird. Ein frischer Melasserum, den es in vier verschiedenen Altersstufen gibt. Die älteste Abfüllung hat ein Alter von 15 Jahren.

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Eine andere bekannte Destillerie in Mexiko ist die Hacienda Corralejo. Ihr populärstes Produkt ist der Corralejo Tequila. Außerdem wird hier auch der Ron Prohibido hergestellt. Der Rum erinnert an die Prohibition in Mexiko von 1700 – 1796. Selbst die 300 Jahre alte Tradition der Verschiffung in alten Weinfässern wird von den Rummachern aufgegriffen. Sie veredeln den Rum mit der Zugabe von Rosinenwein zusätzlich. Ebenfalls besonders ist der Ausbau im Solera-Verfahren.

 

Ganz im Süden des Landes, der für seine Mezcals berühmt ist, entsteht eben in einer Mezcal-Destillerie im Ort Oaxaca der Cabeza Rum. In einer ansprechenden Flasche und nicht weniger als 70% vol. Alkohol kommt der Porfidio Sugar Cane Rum Overproof daher. Er ist leider wie das Gro der mexikanischen Rums in Deutschland nicht erhältlich und damit eine wuchtige und Spaß versprechende Empfehlung abseits von Tequila und Mexcal für den nächsten Mexikourlaub.

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