Vodka Espresso

Espresso Martini

Der Espresso Martini

Der Espresso Martini ist einer der ganz großen modernen Klassiker. Und er ist einer der ganz wenigen großen Klassiker aus den 1980er Jahren. Andere Drinks aus den 1980er Jahren wie der Swimming Pool und Sex on the Beach verschwinden langsam aber sicher aus der Bar Szene. Umso schöner, dass Cosmopolitan, Bramble und Espresso Martini nach wie vor gefeiert werden. Sie sind schlanker, auf das Wesentliche reduziert und werden nicht von gezuckerten Nektaren dominiert. Vor allem unter Barkeepern erlebt der Espresso Martini gerade ein kleines Revival. Vielleicht weil er von allen 1980er Klassikern der zeitloseste ist.

Kaffee Cocktails

Es war nur eine Frage der Zeit, wann guter, frisch gemahlener Kaffee und erlesene Zutaten aus der Bar eine legendäre Verbindung eingehen. Schon im Savoy Cocktail Book von 1930 lässt sich ein Cocktail mit frischem Kaffee finden. Der Cocktail heißt Café Kirsch Cocktail und besteht aus einem Eiweiß, einem kleinen Glas Kaffee, Kirschwasser und etwas Zucker. Der Espresso hatte 1930 noch nicht seinen Siegeszug um die ganze Welt angetreten und so war der gute alte Kaffee die Zutat der Stunde. Auch im von vielen Barkeepern wegen seiner aufwendigen Zubereitung gehassten Irish Coffee findet Kaffee seinen Platz. Doch mit dem Espresso Martini hebt Dirk Bradsell die Verwendung von Kaffee in Mixed Drinks auf eine neue Stufe.

 

Die Geburtsstunde des Espresso Martini

In den 1980er haben gute italienische Espressomaschinen schließlich ihren Weg nach London gefunden und stehen in vielen guten Bars und Restaurants hinter dem Tresen. In der Soho Brasserie hatte Dirk Bradsell das “Glück”, dass seine Espressomaschine genau neben seinem Mixposten stand. Das bedeutete überall zwischen seinen Barmatten und Shakern flog fein gemahlener feiner Kaffee umher. Äußerst lästig. Aber auch inspiriert. Eines Abends fragte ein junges talentiertes und mittlerweile sehr berühmtes Model Dirk Bradsell mit diesen Worten nach einem Cocktail: “Can you make me a drink that will wake me up, and then fuck me up?” Der Barkeeper musste nicht lange überlegen. Er nahm einen frischen Shot Espresso von der allgegenwärtigen Espressomaschine, Vodka, Kahlua und Zuckersirup und mixte ihr den ersten Espresso Martini.

 

Ein Drink, drei Namen

Jedoch nannte Bradsell den Espresso Martini die ersten Jahre noch Vodka Espresso. Schließlich hat der Drink so wenig mit einem Martini Cocktail zu tun, wie ein Analogkäse mit einem Milchprodukt. Doch plötzlich in den 1990er Jahren waren Martinis wieder in Mode. Also Drinks die ein “Martini” in ihrem Namen hatten und die in einem Martiniglas serviert wurden. Ich erinnere mich noch an Barkarten mit einer Liste von zwölf oder mehr verschiedenen, sogenannten Martinis. Der French Martini entstand in dieser Zeit, der Hazelnut Martini machte sich auf, die Herzen der Frauen zu erobern und der Vodka Espresso hieß ab da an einfach Espresso Martini. Schließlich wurde er auch in einem Martiniglas serviert. Mit diesem Trick schaffte es der Vodka Espresso erfolgreich die 1990er Jahre zu überstehen. Wer Pharmaceutical Stimulant auf einem Bar Menu finden sollte, kann ebenfalls einen Vodka Espresso erwarten. Ende der 90er trat Bradsell seinen Job als Barmanager im Pharmacy an. Er nahm den legendären Drink mit, gab ihm einen neuen Namen und servierte ihn auf Eis.

Cocktail Box

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Espresso Martini Rezept

6 cl Vodka

1,5 cl Kaffeelikör

1 cl Zuckersirup

4 cl frischer Espresso

 

Alle Zutaten kräftig shaken. Anschließend in ein gekühltes Cocktailglas geben und mit drei Kaffeebohnen garnieren.

 

Barlegende Dirk Bradsell

Neben Peter Dorelli und Salvator Calabrese war Dirk Bradsell in den 1980er Jahren einer der federführenden Barkeeper in London. Er verband den eleganten britischen Style und zurückhaltenden, unaufdringlichen Service mit Innovation und Bescheidenheit. Genauso wie Dale DeGroff auf der anderen Seite des Atlantiks begann auch Bradsell schon Ende der 1970er Jahre damit, alte Cocktail Bücher zu lesen und zu schätzen. Im Fall von Bradsell war es vorwiegend die Lektüre von Davis A. Embury. Bradsell hatte über drei Jahrzehnte einen großen Einfluss auf seine Barkeeper Kollegen und die Szene.

 

Bildquelle: Wine Dharma

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