Astor Bar Kiel

Auch wenn die Astor Bar im Herzen Kiels liegt, ist es unter einer Voraussetzung gar nicht so einfach, sie zu finden. Die Voraussetzung? Man darf nicht wissen, dass sie sich in der zehnten Etage eines Hochhauses befindet. Wenn man also weiß, dass die Astor Bar im obersten Stockwerk des Astor Hotels thront, passiert man den kleinen unscheinbaren Eingang des Hotels, um mit einem alten und engen Lift nach oben zu gelangen. Hier wird man dann doch etwas überrascht. Die Bar und vor allem die Aussicht stehen in einem Widerspruch zu dem bescheidenen Entree des Hotels.

Kieler Legende Astor Bar

Ich kenne die Astor Bar schon fast seit zehn Jahren. 1960 wurde sie eröffnet. Ihr größter Botschafter in Deutschland und sogar international war Peter Bohrmann. Er stand der Astor Bar 36 Jahre vor und hat die Barkultur in Kiel wie kein anderer geprägt. Aber das ist lange vorbei. Peter Bohrman hat vor zehn Jahren die Bar verlassen. Seit dem haben verschiedene Barkeeper hier die Gäste begrüßt. Doch so richtig konnte niemand mehr an den aufopfernden Service und das Wissen von Peter Bohrmann anknüpfen. Das hat seit letztem Jahr ein Ende. Phillip Briceño und Daniel Bergmann haben die Bar übernommen und zeigen Kielern Genießern jetzt wieder, was eine Bar ausmacht.

Interior

Die Einrichtung der Astor Bar hat sich verjüngt. Es wird viel mit indirektem Licht gespielt. Der Fussboden in einer warmen Holzoptik wertet die Atmosphäre zusätzlich auf. Der neue Tresen mit dem schönen Rückbuffet ist in hellem Holz gehalten. Sehr gelungen. Als Sitzmöglichkeiten kann der Gast zwischen loungigen Sesseln oder Hochtischen mit Hockern wählen. Die Sessel sind zwar schon in die Jahre gekommen. Aber alles auf einmal neu einzurichten, kann man von jungen Gründern auch nicht erwarten. Zumal das Auge selten in das Innere der Bar gerichtet sein sollte. Die Bar verfügt über riesige Fensterfronten, durch die man einen sagenhaften Blick über Kiel hat.

Auch wenn hier und da mal ein kleiner Kratzer auf dem Fußboden ist oder einer der Sessel etwas mehr strapaziert aussieht, fühle ich mich in dieser Bar trotzdem immer wohl. Hier haben sich zwei coole Jungs zusammen getan, um das zu machen, vorauf sie Lust haben. Gute Drinks und vor allem gute Cocktails servieren. Und das gelingt ihnen. Mit ihrer sympathischen Art und ihrem komplexen Wissen schaffen sie es immer, dass ich mich hier sau wohl fühle. Der Service ist schnell und immer freundlich. Es ist meistens genug Zeit, um auf die Wünsche eines jeden Gastes einzugehen.

Service und Drinks in der Astor Bar

Baisier Daiquiri

Die Barkarte macht richtig Spaß. Sie ist nicht zu groß und enthält genügend wichtige Klassiker. Wichtiger noch sind die Eigenkreationen der beiden kreativen Kieler Boys. Sehr verrückte Sachen, die man am liebsten alle ausprobieren möchte! Ich hatte einen Baiser Daiquiri. Ein Mix aus Lemongrass infused Havana 3 años, Limettensaft, Eiweiß, Vanillezucker und

Homemade Tonkabohnensirup. War sehr lecker. Mit solchen Cocktails brauchen sich die beiden nicht vor großen Hamburger Bars verstecken. Da können sie mithalten. Auch in Punkto Zubereitung war alles sehr gut. Schöne Gläser, immer eine passende Garnitur, nichts verwässert oder zu warm. Top. Einziger Wermutstropfen und ein Kriterium, womit sie sich auch nicht vor den Hamburger Bars verstecken müssen, sind leider die Preise. Aber warum sollte man für einen guten Cocktail nicht auch in Kiel 12,00€ ausgeben!

Wer den Baisier Daiquiri nachmixen will – hier das Rezept:

6 cl Lemongrass infused Havana 3
3 cl Limettensaft
2 cl homemade Tonkasirup
1 Eiweiß
Alle Zutaten shaken, anschließend Dry-Shake. Danach in eine vorgekühlte Cocktailschale geben und vorsichtig selbstgemachten Vanillezucker über die Eischaumkrone streuen und vorsichtig mit dem Brenner karamellisieren.
Ich bin froh, dass die Astor Bar in Kiel wieder in guten Händen ist und hoffe, dass das noch lange so bleibt.

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